AC/RC

AirCargo RailCenter

Das Luftfrachtaufkommen steigt besonders stark an den großen Flughafenstandorten. Das damit einhergehende Anwachsen des Lkw-Aufkommens leitet zur Zielsetzung, durch optimierte Prozesse und innovative Kooperationsmodelle Luftfrachtverkehre von der Straße auf die Schiene zu verlagern.

Als Lösungsansatz zur Erreichung der Zielsetzung soll ein zentraler Umschlagpunkt mit neutraler Abfertigung am Flughafen Frankfurt/Main realisiert werden. Dieser soll eine effektive Bündelung der Fracht des gesamten Standorts und einen beschleunigten und sicheren Umschlag der Fracht ermöglichen. Für die betriebliche Realisierung soll der Gleisanschluss in der CargoCity Süd genutzt werden.

Das Forschungsvorhaben umfasst

  • die Analyse der Anforderungen des Luftfracht- und Schienengüterverkehrs,
  • die Ermittlung und Bewertung der Mengen und Relationen des Frachtaufkommens am Flughafen Frankfurt/Main,
  • die Entwicklung eines Schienengüterverkehrskonzepts sowie
  • die Organisation und Begleitung eines Probebetriebs.

Projektdetails

Lösungsansatz des Projektes

Der Lösungsansatz basiert auf einer Abwandlung der Betriebskonzepte des Kombinierten Verkehrs. Die Betriebsabläufe müssen an die speziellen Gegebenheiten der Luftfracht angepasst werden. So ist eine Anpassung der Bedienungsfrequenz sowie der Abfahrts- und Ankunftszeiten an die Wellen und Spitzenzeiten des Luftfrachtverkehrs notwendig. Zusätzlich sind Zugangssicherungssysteme, Frachtkontrollmaßnahmen und eine geschlossene Überwachung der Transportketten erforderlich.

Das Potenzial des Lösungsansatzes resultiert besonders aus der Zentralisierung und der Neutralität des Betriebs. Diese Prämissen gelten grundsätzlich für einen Flughafen als Standortbetreiber, um die Plattform für die unternehmerischen Aktivitäten einer Vielzahl von Unternehmen wie Luftverkehrsgesellschaften, Abfertiger, Lkw-Transporteure und Spediteure gestalten und bereitstellen zu können.

 

Umsetzungskonzept

Es wird davon ausgegangen, dass ein neutrales Umschlagunternehmen als Betreiber des AirCargo RailCenter auftritt, wobei eine Beteiligung von Partnern offen gehalten wird. Weitere spezifisch einzubindende Betreiber sind die Bahnunternehmen als Anbieter der Transportdienstleistungen. Hier besteht das Ziel, zur Förderung des Wettbewerbs und der Neutralität, neben einem gegebenenfalls dominierenden Anbieter auf jeden Fall auch andere Unternehmen einzubinden.

Einzubindende Nutzer sind die Luftfrachtspediteure, Luftfracht-Airlines, Lkw-Transporteure und die Abfertigungsdienstleister mit Standortnetzen.

Ausgehend von den bisherigen Erfahrungen ist die Akzeptanz der Nutzer und Partner zu erwarten, wenn der mit dem Lösungsansatz erzielbare Nutzen im Hinblick auf Wirtschaftlichkeit und Qualität "durch anforderungsgerechte Transportfrequenzen, hohe Auslastung der Kapazitäten und kurze Übergangszeiten" für alle Beteiligten aufgezeigt werden kann.

Projektpartner

Fraport AG Frankfurt Airport Services Worldwide (Fraport AG)
D-60547 Frankfurt/Main

Annette Fentzahn (Projektleiterin)

Telefon:           +49 69 690-22934
Telefax:           +49 69 690-59172
Mail:                Opens window for sending email a.fentzahn(at)fraport.de

Entwicklung eines Luftfracht-Schienenverkehrs-Zentrums zur Verlagerung von Luftfrachtverkehren auf die Schiene. Die Fraport AG stellt den Gleisanschluss sowie die fachliche  Kompetenz zur Umsetzung der operativen Umschlagprozesse und zur Gestaltung der Sicherheitskonzepte zu Verfügung.

 

Fraunhofer-Institut Materialfluss und Logistik, Projektzentrum Flughafen

Das Fraunhofer IML übernimmt das Projektmanagement und die Durchführung des Forschungsvorhaben zur Gestaltung intermodaler Transportketten,  Verknüpfung von Transportnetzen und Umsetzung innovativer Lösungen in der Luftverkehrsbranche.

 

Assoziierte Partner:

Speditions- und Logistikverband Hessen/Rheinland-Pfalz e.V.,(SLV)    

Der SLV repräsentiert die wesentlichen Nutzergruppen insgesamt und ergänzt das Wissen, die Erfahrung und die Anforderungen der Partner im Hinblick auf mittelständische Luftfrachtspediteure.

 

Lufthansa Cargo AG (LCAG)

Einbringung der Nutzeranforderungen aus Sicht einer f?hrenden Frachtfluggesellschaft mit Frankfurt als wichtigstes Drehkreuz angebunden an das Netz der Road Feeder Services über ganz Europa.

 

Panalpina Welttransport (Deutschland) GmbH

Einbringung der Nutzeranforderungen eines weltweit präsenten Luftfrachtspediteurs unter Nutzung seiner Hub- und Sub-Hub-Strukturen und der Leistungen seines Bereichs Road und Rail Solutions.

AirCargo RailCenter - Projektergebnisse

Ziel des vom BMWi geförderten Forschungsprojekts "AirCargo RailCenter" ist die Verlagerung der Luftfrachtverkehre von der Straße auf die Schiene. Der Einsatz einer innovativen Umschlagtechnik für komplette Lkw-Trailer soll helfen, diese Verlagerung nachhaltig und wirtschaftlich zu realisieren.

In der ersten Phase des Projekts wurde eine Bestandsaufnahme der Luftfrachtverkehre auf der Straße bezogen auf den Flughafen Frankfurt/Main durchgeführt. Das ermittelte Nachfragepotential zeigt, dass mit einem anforderungsgerechten Schienengüter­verkehrskonzept Luftfracht per Bahn transportiert werden kann. Es kommt allerdings nur ein direkt verkehrender Zug in Frage, der zeitlich mit dem Straßentransport konkurrieren kann. Für den wirtschaftlichen und hinsichtlich der Frequenzen attraktiven Betrieb eines solchen Ganzzugs ist jedoch weitere Zuladung aus dem konventionellen Landverkehr nötig. Durch eine Verladung der kompletten Trailer können die etablierten Prozesse in der Luftfrachttransportkette bestehen bleiben. Die für Luftfracht eingesetzten Lkw-Trailer sind überwiegend nicht kranbar und damit nicht im kombinierten Verkehr auf Bahnwagen verladbar. Dies gilt jedoch auch für Lkw-Trailer generell, wie sie in den Landverkehrsnetzen der Speditionen eingesetzt werden. Eine umfangreiche Marktanalyse zum Umschlag nicht kranbarer Trailer von der Straße auf die Schiene zeigte, dass verschiedene neue Systeme aktuell kurz vor der Marktreife stehen oder sich gerade in prototypischer Erprobung befinden.

Für den Einsatz dieser innovativer Umschlagtechniken für nicht kranbare Lkw-Trailer im Rahmen eines Schienengüterkonzepts für Luftfracht wurden die Betriebs- und Wirtschaftlichkeitsmerkmale detailliert ermittelt. Dazu wurden bei den Herstellern Leistungsangaben, technische Ausführung, die benötigte Infrastruktur sowie die Investitions-, Betriebs- und Wartungskosten abgefragt und ausgewertet. Von den fünf untersuchten Umschlagsystemen wurden zwei als für den Anwendungsfall geeignet bewertet. Besonders hoch wurde die Leistungsfähigkeit gewichtet, da damit sowohl eine Minimierung der Umschlagszeiten als auch der Stückkosten erreicht werden kann. Im Rahmen einer Wirtschaftlichkeitsrechnung erfolgte eine kostenbasierte Preisfindung für den Einsatz der Umschlagtechnik unter Berücksichtigung aller Teilkosten (Umschlagtechnik, Infrastruktur, Waggons, Traktion, Personal). Als Anwendungsfall wurde die Relation Frankfurt-München-Norditalien ausgewählt. Nach Präsentation der Ergebnisse in einem Kreis ausgewählter Luftfracht- und Landverkehrsspeditionen mit einer anschließenden Befragung konnte der Bedarf für das entwickelte Schienengütertransportkonzept nachgewiesen werden.

Die wichtigsten Vorteile, die eine Nutzung des AirCargo RailCenters neben einer CO2 -Reduzierung bietet, sind die wegfallenden Transportbeschränkungen an Sonn- und Feiertagen, auch für den Vor- und Nachlauf auf der Straße, die Befreiung von der Kfz-Steuer für die Zugmaschinen, der optimierte Einsatz von Zugmaschinen im Nahverkehr sowie das Wegfallen der Totzeiten für Zugmaschinen im Hauptlauf.

Dieses Projekt wurde vom Fraunhofer IML zusammen mit den Projektpartnern Fraport AG, Speditions- und Logistikverband Hessen/Rheinland-Pfalz, Panalpina, Lufthansa Cargo AG und DB Schenker Rail Deutschland durchgeführt.

 

Evaluation abgeschlossen

Ziel der externen Evaluation des Förderprogramms "Intelligente Logistik im Güter- und Wirtschaftsverkehr" war es, die Wirkungen der verschiedenen Verbundprojekte einer schlüssigen und begründeten volkswirtschaftlichen Gesamtbewertung zu unterziehen.

Opens internal link in current windowWeitere Informationen

Abschlussveranstaltung Intelligente Logistik

Die Abschlussveranstaltung der Förderbekanntmachung "Intelligente Logistik" fand am 20. und 21. September 2011 in Berlin statt.

Im Mittelpunkt standen Projektpräsentationen sowie die Ergebnisse der Evaluation.

Opens internal link in current windowZu den Vorträgen

Ansprechpartnerin:
Opens window for sending emailsilke.marre(at)de.tuv(dot)com



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