CARGO eXchange

Ziel des Vorhabens ist die erstmalige Adaption des in den USA erfolgreichen Advanced Truckload (ATLF)-Geschäftsmodells auf den deutschen Logistik-Dienstleistungsmarkt für Teil- und Komplettladungsverkehre und dabei insbesondere für die mittelständische Netzwerkkooperation CargoLine.

Das Marktsegment der LKW-Ladungsverkehre "einer der größten Teilmärkte der deutschen Güter-Transportwirtschaft" ist trotz vielfältiger Anstrengungen in der Vergangenheit gekennzeichnet durch eine oftmals noch suboptimale Ausnutzung des Produktionsmittels LKW. Der dem ATLF-Modell zugrunde liegende Gedanke der Industrialisierung lässt bei Umsetzung im Bereich des deutschen Ladungsverkehr-Markts ein neues stabiles und profitables Geschäftsmodell insbesondere auch für mittelständische Netzwerkkooperationen erwarten.

Projektdetails

Die Übertragung des ATLF-Modells kann nach Meinung führender Logistik-Experten nicht ohne inhaltliche Veränderungen gegenüber dem amerikanischen Vorbild erfolgen. Eine sorgfältige Anpassung und in Teilen auch Neuentwicklung von Elementen soll im Rahmen des Projekts erfolgen.

Dabei sind mehrere Umsetzungsszenarios mit Blick auf den deutschen Markt zu definieren und zu bewerten. Kernelemente des Vorhabens sind die Erarbeitung eines neuen Organisationsmodells einschlie?lich

  • Methoden zur internen Leistungsverrechnung zwischen den Kooperationspartnern,
  • die erstmalige Entwicklung von Modellen für eine neue Form der Netzwerk- und operativen Einsatzplanung unter Berücksichtigung wesentlicher ATLF-Merkmale, wie
    • eine synchronisierte Fahrzeug- und Fahrerplanung oder
    • eine weitgehende Zentralisierung von Services wie Disposition und Auftragsmanagement.

 

Neben den konzeptionellen Grundlagen wird ein Softwareprototyp für die Disposition und Tourenplanung geschaffen, der wesentliche Elemente des ATLF-Modells enthält. Anhand dieses Prototypen werden die wirtschaftlichen und verkehrsmäßigen Auswirkungen (Zielgrößen) des ATLF-Modells untersucht und die Einsatzmöglichkeiten in der täglichen Praxis evaluiert.

Projektpartner

Fraunhofer Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V.

Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Technologien der Logistik-Dienstleistungswirtschaft ATL

Nordostpark 93, 90411 Nürnberg

Dr. Jens Wollenweber

Telefon 0911 58061-9528

Fax 0911 58061-9599

Opens window for sending emailjens.wollenweber(at)atl.fraunhofer(dot)de

ATL ist federführender Koordinator des Projekts und zuständig für die Entwicklung des Rechenkerns zur synchronisierten Fahrer-/Fahrzeugplanung sowie für die wissenschaftliche Begleitung.

 

CargoLine GmbH, Waldstraße 37/18, 63128 Dietzenbach

Die CargoLine GmbH fungiert als Praxispartner der Sparte KMU-Kooperation.

 

Schmidt-Gevelsberg GmbH, Prinzenstraße 52, 58332 Schwelm

Die Schmidt-Gevelsberg GmbH gehört zum CargoLine-Verbund und fungiert im Projekt als Praxispartner.

 

Wanko Informationslogistik GmbH, Gewerbestraße 1, 83404 Ainring

Die Wanko Informationslogistik GmbH nimmt die Rolle des Softwarepartners ein und ist für die Entwicklung des Prototypen verantwortlich. Die Anwendung wird neben einem durch Fraunhofer ATL entwickelten Rechenkern zur synchronisierten Einsatzplanung von Fahrern und Fahrzeugen ein Modul zur Leistungsverrechnung sowie die Schnittstellen zu den EDV-Systemen der CargoLine-Partner beinhalten.

 

Projektergebnisse CARGO eXchange

Im Rahmen des Projekts CARGO eXchange wurde am Beispiel der CargoLine GmbH die Übertragbarkeit des Advanced-Truckload-Modells vom US-amerikanischen auf den deutschen Markt untersucht und erprobt. Kurzgefasst steht das Advanced-Truckload-Modell für die Industrialisierung von Transportdienstleistungen im Marktsegment "Ladungsverkehr", dem größten Segment in der deutschen Transportwirtschaft.
Wesentliche Erfolgsfaktoren für Advanced-Truckload in den USA sind vor allem eine hohe IT-Planungsunterstützung, eine gezielte Kundenakquise um eine gleichbleibende hohe Auslastung zu gewährleisten und eine Standardisierung des Equipments, um so Wartungsaufwände an eigens eingerichteten Fahrerbasen zu minimieren.

Zunächst wurden die Gemeinsamkeiten und Unterschied für den erfolgreichen Betrieb des Advanced-Truckload-Modells zwischen den USA und Deutschland analysiert. Dabei wurden politische, wirtschaftliche, technologische, ökologische und institutionelle Faktoren in der Makroumwelt untersucht. Im Branchenumfeld wurden die Felder Wettbewerb, Substitution und Verhandlungsmacht analysiert. Auf Basis der Analyse konnten Umsetzungsszenarien für die CargoLine GmbH definiert werden, die modular auf einander aufbauen und so zeitlich gestaffelt implementiert werden können.

Eine wesentliche Unterstützung wurde im Bereich der Disposition/Tourenplanung durch einen Software-Prototypen geschaffen, der bei insgesamt 18 Partnerunternehmen erprobt wurde (vgl. Abbildung). Der Prototyp erlaubt eine durchgängige Unterstützung des Planungsprozesses, bietet die Möglichkeit Fahrzeuge und Aufträge in einem übergeordneten Pool zu tauschen bzw. rechnergestützt zu verplanen. Dabei wurden Mechanismen zur internen Leistungsverrechnung, zur Schaffung von Begegnungsverkehren sowie zur Verknüpfung von Stückgutlinien mit Teil- und Komplettladungen geschaffen.

Aus algorithmischer Sicht wurde im Projekt die Entkopplung von Fahrer und Fahrzeug untersucht. Während ein Fahrzeug generell nahezu 24 Stunden pro Tag bewegt werden kann, ist die Verfügbarkeit des Fahrers nicht zuletzt durch Arbeits- und Fahrzeitregelungen deutlich stärker eingeschränkt. Eine Lösung, um gerade im Trampverkehr des Produktionsmittel LKW besser auszunutzen besteht darin, durch Fahrerwechsel an dafür eigens vorgesehenen Fahrerbasen die Nutzungsdauer eines Fahrzeugs signifikant zu erhöhen. Eine solche Entkopplung stellt gegenüber der bereits schwierigen Fahrzeug- oder Tourenplanung eine nochmals deutlich erhöhte Schwierigkeit dar, da hier nun auch die Ressource Fahrer zu planen und mit dem Fahrzeug zu synchronisieren ist. Für diese Aufgabenstellung wurden im Projekt mathematische Modelle sowie leistungsfähige heuristische Lösungsverfahren entwickelt und getestet, was eine echte planerische Innovation bedeutet.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass im Projekt ein Konzept inkl. Software-Prototyp entwickelt wurde, welches die stufenweise Realisierung des Advanced-Truckload-Gedankens unterstützt. Die geschaffenen Lösungen weisen eine sehr hohe Marktnähe und einen hohen Reifegrad auf. Die Umsetzung beim Praxispartner CargoLine wird über das Projektende hinaus weitergetrieben werden, so dass mittelfristig eine immer tiefgehender Umsetzung des Advanced-Truckload-Konzepts zu erwarten ist. Die Erprobung des Prototypen und weitere Rechenexperimente auf Basis von Echtdaten zeigen, dass durch Umsetzung von Advanced-Truckload ein wesentlicher Beitrag zur Erreichung der im Förderprogramm angestrebten gesamtwirtschaftlichen Projektziele, nämlich

  • Verkehrsvermeidung auf der Straße
  • Effizientere Fahrzeugauslastung
  • Sicherung vorhandener und Schaffung neuer Arbeitsplätze
  • Verbesserung Wettbewerbsposition KMU geleistet werden kann.

 

Die Laufzeit des Projekts war vom 01.10.2008 bis zum 31.03.2011.

 

Evaluation abgeschlossen

Ziel der externen Evaluation des Förderprogramms "Intelligente Logistik im Güter- und Wirtschaftsverkehr" war es, die Wirkungen der verschiedenen Verbundprojekte einer schlüssigen und begründeten volkswirtschaftlichen Gesamtbewertung zu unterziehen.

Opens internal link in current windowWeitere Informationen

Abschlussveranstaltung Intelligente Logistik

Die Abschlussveranstaltung der Förderbekanntmachung "Intelligente Logistik" fand am 20. und 21. September 2011 in Berlin statt.

Im Mittelpunkt standen Projektpräsentationen sowie die Ergebnisse der Evaluation.

Opens internal link in current windowZu den Vorträgen

Ansprechpartnerin:
Opens window for sending emailsilke.marre(at)de.tuv(dot)com



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