InTerTrans

Integrierte Terminierung und Transportplanung

Ziel des Forschungsprojekts InTerTans war die Entwicklung neuer Methoden, um die Transport- und Produktionsplanung miteinander zu verbinden. Durch eine Dynamisierung der Transportplanung und die Erweiterung der Auftragsterminierung um transportrelevante Kriterien sollten eine Auslastungserhöhung um zehn Prozent, zehn Prozent weniger gefahrene Kilometer sowie die Verlagerung von zehn Prozent der Transporte auf Schiene und Wasserwege erreicht werden.

Weitere Informationen unter Opens external link in new windowwww.in-ter-trans.eu

 

Projektdetails

Das Forschungsprojekt hat Verlagerungs- und Rationalisierungseffekte untersucht, die durch eine Dynamisierung der Transportplanung und eine Transportorientierung der Produktionsplanung erreicht werden können.

 

Regelmäßige Überprüfung und Optimierung des Transportnetzwerks

Auf Basis aktueller Informationen aus der Absatz- und Produktionsplanung soll eine regelmäßige Optimierung des Transportnetzwerks stattfinden, bei der die Transportkapazitäten an das geplante Produktionsprogramm angepasst werden. Es gilt demnach, für jede Periode den optimalen Verkehrsträger, das optimale Transportkonzept sowie die entsprechende Kapazität und Frequenz zu ermitteln, wobei Umsetzungshemmnisse und Planungsaufwände in die Bewertung mit eingehen müssen.

 

Ganzheitliche Terminierung unter Berücksichtigung von Logistikanforderungen

Bei der Erstellung des Produktionsprogramms sollen bestehende Freiräume identifiziert und dafür genutzt werden, logistikintegrierte Produktionsprogramme zu erzeugen, die neben den bekannten produktionsorientierten Kriterien auch logistischen Anforderungen genügen. Logistikintegrierte Produktionsprogramme zeichnen sich dadurch aus, dass sie unter anderem Zielmärkte, Logistiklosgrößen und Fahrpläne berücksichtigen. Insbesondere besteht ein Teilaspekt darin, Transportvolumina für den Bahnverkehr bereits in der Produktionsplanung zu bündeln.

 

Projektergebnisse

Prozesse und Prototypen

Neue Prozesse zur dynamischen Transportplanung und logistikintegrierten Montageterminierung wurden entwickelt, in einem Gesamtprozess verknüpft und in Workshops mit Industriepartnern validiert. Der Gesamtprozess wird durch Softwareprototypen unterstützt, die auf 4flow vista und OTD-NET basieren. 4flow vista, die Standardsoftware zur Logistikplanung der 4flow AG, war Grundlage für den Transportplanungsprototyp. Die Produktionssimulationsumgebung OTD-NET des Fraunhofer IML war Ausgangspunkt für den Montageterminierungsprototyp. Die Prototypen wurden über eine Schnittstelle verknüpft.

Die Softwareprototypen wurden in Fallstudien bei den Praxispartnern DB Schenker und Volkswagen mit Realdaten zur Validierung der Prozesse verwendet.

Der entwickelte Gesamtprozess zur Integration von Montageterminierung und Transportplanung ermöglicht in Verbindung mit den entwickelten Software-Prototypen zur Transport- und Produktionsplanung die Erprobung der durch Simulation ermittelten Fallstudienergebnisse in der Praxis.

Potenziale in der Distribution

Das Ziel der Verkehrsvermeidung in Höhe von zehn Prozent der Fahrzeugkilometer wurde nur zum Teil erreicht. Grund dafür ist vor allem die Ausrichtung des Projekts, die strategische Ma?nahmen wie eine Verlagerung von Standorten oder eine Anpassung von Produkten - die größten Stellhebel für dieses Ziel "nicht einschloss und sich auf taktische und operative Maßnahmen konzentrierte. Jedoch ist auch hier ein positiver Beitrag in Höhe im kleinen einstelligen Prozentbereich zu verzeichnen" das Ziel wurde also zum Teil erreicht.

Der gezielte Einsatz von Ganzzügen unter Anpassung der Produktionssequenz zeigte eine außerordentlich positive Wirkung auf die Verkehrsverlagerung. Das Ziel von zehn Prozent konnte dadurch übertroffen werden.

Im Projektverlauf wurde deutlich, dass die Auslastung der Transportmittel insgesamt bereits sehr hoch war oft nahe 100 Prozent. Diese Auslastung konnte bei Straßentransporten und Einzelwagen nicht weiter verbessert werden. In der Ausgangssituation existierte nur ein Ganzzug, der sehr gut ausgelastet war. Eine natürliche Folge bei einer starken Ausweitung des Einsatzes von Ganzzügen ist das Absinken der durchschnittlichen Auslastung über alle Ganzzüge. Da die Zahl der Ganzzugtransporte aber deutlich erhöht wurde, ist die singuläre Betrachtung dieser Kennzahl letztlich irreführend.

Potenziale in der Beschaffung

Aufgrund der Bestandsstrategien des Praxispartners Volkswagen, der geografischen Lage der Lieferanten und der zeitlichen Anforderungen aus den Anlieferkonzepten, fiel es schwer, die Verkehrsverlagerung auf die Schiene auf der Beschaffungsseite in größerem Umfang zu realisieren. Dies gelang für bestimmte Volumina, die in den bereits existierenden Zwischenwerksverkehr eingebunden werden konnten. Das gesetzte Ziel wurde jedoch knapp verfehlt. Verkehrsvermeidung und Auslastungserhöhung sind im einstelligen Prozentbereich ebenfalls knapp unter zehn Prozent.

Die entwickelten Methoden bergen ein signifikantes Verlagerungspotenzial im Automobilbereich. Für die Überführung in die Praxis müssen die bestehenden Methoden zum Risikomanagement jedoch noch weiter entwickelt werden.

Evaluation abgeschlossen

Ziel der externen Evaluation des Förderprogramms "Intelligente Logistik im Güter- und Wirtschaftsverkehr" war es, die Wirkungen der verschiedenen Verbundprojekte einer schlüssigen und begründeten volkswirtschaftlichen Gesamtbewertung zu unterziehen.

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Abschlussveranstaltung Intelligente Logistik

Die Abschlussveranstaltung der Förderbekanntmachung "Intelligente Logistik" fand am 20. und 21. September 2011 in Berlin statt.

Im Mittelpunkt standen Projektpräsentationen sowie die Ergebnisse der Evaluation.

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Ansprechpartnerin:
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