PalletFlow "innovatives multimodales Transportsystem für Palettenfracht"

Mit einem aktuellen Volumen von ca. 1% der gesamten in Deutschland jährlich beförderten Gütertonnage hat der traditionelle kombinierte Verkehr " trotz vielfältiger und beharrlicher Entwicklungsbemühungen der Politik und vieler Unternehmen in den letzten Jahrzehnten " relativ zum reinen Straßengüterverkehr den angestrebten "Durchbruch" nicht erreicht. Das Projekt "PalletFlow" will nun die Chancen eines Durchbruchs durch ein neues, intelligentes Schienen-Straße-Transportsystem nachweisen. Dessen wesentliche Merkmale sind:

  • ein Fokus auf den großen, wachsenden Anteil industrieller Fracht, die palettisiert (bzw. in effizienten "Unit-Load" Einheiten) transportiert wird;
  • die Ausnutzung der Tatsache, dass sich Palettenfracht in seitwärts be- und entladbaren  Fahrzeugen sehr effizient horizontal umschlagen lässt;
  • die Akzeptanz schienenfreundlicher 48h- bis 72h- Transportzeiten, wenn diese zuverlässig eingehalten werden;
  • und die Unterstützung des Systems durch innovative IT-Lösungen (Barcode-/RFID-Technologie sowie Tracking und Tracing mit Ortungssystemen). 

 

 

Projektdetails

Ausgangssituation:

Trotz intensiver Bemühungen von Politik und Unternehmen ist der Anteil des kombinierten Schiene-Straße Verkehrs am beförderten Gütervolumen immer noch zu gering. Kapazitätsengpässe bei den Terminals und den Schienen-Trassen sowie ein Transportangebot, das sich zu wenig an den Bedürfnissen der Wirtschaft orientiert, sind die Hauptursachen für die mangelnde Qualität und Akzeptanz. Dennoch zeigen Untersuchungen, dass in der modernen Logistik schienenfreundliche 48h- und 72h- Transportzeiten akzeptiert würden, wenn diese Laufzeiten zuverlässig eingehalten werden. 
 

Lösungsansatz und Umsetzung:

Deshalb wird ein neues System entwickelt und geprüft, das die Möglichkeiten der Trassen- und Terminalnutzung sowie die Ansprüche der Wirtschaft nach planbaren, termintreuen Transportdienstleistungen intelligent vereint.

Das System "PalletFlow" fokussiert dabei palettisierte bzw. in "Unit-Load" Einheiten transportierte Industriefracht, da zum einen der Anteil dieser Frachtart beständig wächst und sich zum anderen Palettenfracht in seitwärts be- und entladbaren Fahrzeugen effizient horizontal umschlagen lässt. Die Zuverlässigkeit und Effizienz des Systems wird durch innovative IT-Lösungen unterstützt: es wird sowohl ein automatisches Identifikationssystem implementiert, das auf Barcode oder RFID-Technologie basiert,  als auch eine Servicezentrale für durchgängiges Tracking und Tracing eingerichtet, mit proaktivem Benachrichtigungsservice für die Nutzer und objektbezogener Unterstützung des Umschlags- und Transportprozesses.

 

Ziel des Projektes:

Ziel ist nach der erfolgreichen Einf?hrung des Systems eine Verlagerung  von 15-25% des geschützten Gesamtvolumens an "Unit-Load"-fähigen Ladungsfrachten auf kombinierte Schiene-Stra?e-Netze innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren.

 

Abbildung 1: Umschlagsprozess im PalletFlow-System

Projektpartner

Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V.

Fraunhofer Arbeitsgruppe für Supply Chain Services (SCS), Nürnberg
 

Fraunhofer ist federführender Koordinator des Projekts und zuständig für die Entwicklung des geplanten Systems sowie die wissenschaftliche Begleitung.

 

Ansprechpartner
Bernd Herrler

Telefon: +49 911 58061-9557                                                 

Telefax: +49 911 58061-9599                                                                    

Mail:       Opens window for sending emailbernd.herrler(at)scs.fraunhofer.de

 

DB Schenker Rail Deutschland AG, Mainz

DB Schenker Rail stellt das bahnseitige Equipment für den Demonstrator und die Pilotläufe zur Verfügung. Daneben ist das Unternehmen in die Marktpotenzial- und Wirtschaftlichkeitsanalyse sowie in die Themenfelder Servicezentrale, Datenintegration und Roll-out mit eingebunden.

 

Müller  - Die Lila Logistik AG, Besigheim

Die mittelständische Spedition Müller - Die Lila Logistik stellt das speditionsseitige Equipment zur Durchführung der Pilotläufe zur Verfügung. Weitere Beiträge liegen in der Bereitstellung von Güterstromdaten und Nutzung von Verladerbeziehungen.

 

Projektergebnisse

Das Forschungsprojekt PalletFlow hat die Entwicklung und Machbarkeitsprüfung eines innovativen Schiene-Straße Transportnetzwerkes für palettenbasierte Teilladungs- und Ladungsverkehre zum Ziel. 

Das Projekt besteht aus sechs Arbeitspaketen und ist in 2 Phasen untergliedert (vgl. Abbildung 1): in der ersten Phase wird das Systemkonzept detailliert und das Marktpotenzial von PalletFlow ermittelt. In Phase 2 erfolgen die Wirtschaftlichkeitsberechnungen sowie die technische Umsetzung des Systems.

Phase 1 wurde mit der Analyse des Marktpotenzials abgeschlossen. Durch die Abschätzung konnte die Frage beantwortet werden, welches marktseitige Potenzial bei Umsetzung des Systems besteht. Dazu wurde ein mehrstufiges Erhebungskonzept entworfen, das eine möglichst umfassende Bewertung der Marktgröße erlaubt. Über die Auswertung von Verkehrsstatistiken und Güterstromdaten sowie der Durchführung von Interviews mit Unternehmen der verladenden Wirtschaft konnte die Transportmenge auf der Straße bestimmt werden, die potenziell auf PalletFlow verlagert werden kann. Im Durchschnittsszenario wurde ein Potenzial von etwa 63 Mio. to pro Jahr für den innerdeutschen und grenzüberschreitenden Verkehr errechnet, was rund 3,5 Mio. LKW-Ladungen oder einer CO2-Einsparung von etwa 1 Mio. to entspricht.
 

Die Wirtschaftlichkeitsbewertung in Phase 2 hat ergeben, dass PalletFlow abhängig von der Relation und der Ausgestaltung des Systems im Durchschnitt ab einer Transportweite von 350 km wettbewerbsfähig zum unimodalen Straßengüterverkehr betrieben werden kann. Daneben konnte im Rahmen einer Machbarkeitsprüfung die Funktionalität innovativer Identifizierungs- und Ortungstechnik zur Automatisierung des Umschlagsprozesses bestätigt werden. Hierzu wurde ein Demonstrator am Umschlagsknoten Schweinfurt installiert (vgl. Abbildung 2).

Mittlerweile hat das PalletFlow-Projekt die Pilotphase erreicht. Im November 2010 konnte die Praxistauglichkeit von PalletFlow in einem ersten Pilotlauf erfolgreich nachgewiesen werden: 46 Tonnen Papier des Herstellers Smurfit Kappa wurden in Karlsruhe per Lkw abgeholt und in Kornwestheim mit PalletFlow auf die Schiene umgeschlagen (vgl. Abbildung 3). Nach einem erneuten Umschlag im Zielterminal Lübeck konnte die Sendung 48 Stunden später in Hamburg in der geforderten Zeit und Qualität zugestellt werden. Dem Pilotlauf schlossen sich zwei weitere Läufe mit gleicher Dimensionierung an.

Evaluation abgeschlossen

Ziel der externen Evaluation des Förderprogramms "Intelligente Logistik im Güter- und Wirtschaftsverkehr" war es, die Wirkungen der verschiedenen Verbundprojekte einer schlüssigen und begründeten volkswirtschaftlichen Gesamtbewertung zu unterziehen.

Opens internal link in current windowWeitere Informationen

Abschlussveranstaltung Intelligente Logistik

Die Abschlussveranstaltung der Förderbekanntmachung "Intelligente Logistik" fand am 20. und 21. September 2011 in Berlin statt.

Im Mittelpunkt standen Projektpräsentationen sowie die Ergebnisse der Evaluation.

Opens internal link in current windowZu den Vorträgen

Ansprechpartnerin:
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