AirCargo RailCenter - Projektergebnisse
Ziel des vom BMWi geförderten Forschungsprojekts „AirCargo RailCenter“ ist die Verlagerung der Luftfrachtverkehre von der Straße auf die Schiene. Der Einsatz einer innovativen Umschlagtechnik für komplette Lkw-Trailer soll helfen, diese Verlagerung nachhaltig und wirtschaftlich zu realisieren.
In der ersten Phase des Projekts wurde eine Bestandsaufnahme der Luftfrachtverkehre auf der Straße bezogen auf den Flughafen Frankfurt/Main durchgeführt. Das ermittelte Nachfragepotential zeigt, dass mit einem anforderungsgerechten Schienengüterverkehrskonzept Luftfracht per Bahn transportiert werden kann. Es kommt allerdings nur ein direkt verkehrender Zug in Frage, der zeitlich mit dem Straßentransport konkurrieren kann. Für den wirtschaftlichen und hinsichtlich der Frequenzen attraktiven Betrieb eines solchen Ganzzugs ist jedoch weitere Zuladung aus dem konventionellen Landverkehr nötig. Durch eine Verladung der kompletten Trailer können die etablierten Prozesse in der Luftfrachttransportkette bestehen bleiben. Die für Luftfracht eingesetzten Lkw-Trailer sind überwiegend nicht kranbar und damit nicht im kombinierten Verkehr auf Bahnwagen verladbar. Dies gilt jedoch auch für Lkw-Trailer generell, wie sie in den Landverkehrsnetzen der Speditionen eingesetzt werden. Eine umfangreiche Marktanalyse zum Umschlag nicht kranbarer Trailer von der Straße auf die Schiene zeigte, dass verschiedene neue Systeme aktuell kurz vor der Marktreife stehen oder sich gerade in prototypischer Erprobung befinden.
Für den Einsatz dieser innovativer Umschlagtechniken für nicht kranbare Lkw-Trailer im Rahmen eines Schienengüterkonzepts für Luftfracht wurden die Betriebs- und Wirtschaftlichkeitsmerkmale detailliert ermittelt. Dazu wurden bei den Herstellern Leistungsangaben, technische Ausführung, die benötigte Infrastruktur sowie die Investitions-, Betriebs- und Wartungskosten abgefragt und ausgewertet. Von den fünf untersuchten Umschlagsystemen wurden zwei als für den Anwendungsfall geeignet bewertet. Besonders hoch wurde die Leistungsfähigkeit gewichtet, da damit sowohl eine Minimierung der Umschlagszeiten als auch der Stückkosten erreicht werden kann. Im Rahmen einer Wirtschaftlichkeitsrechnung erfolgte eine kostenbasierte Preisfindung für den Einsatz der Umschlagtechnik unter Berücksichtigung aller Teilkosten (Umschlagtechnik, Infrastruktur, Waggons, Traktion, Personal). Als Anwendungsfall wurde die Relation Frankfurt-München-Norditalien ausgewählt. Nach Präsentation der Ergebnisse in einem Kreis ausgewählter Luftfracht- und Landverkehrsspeditionen mit einer anschließenden Befragung konnte der Bedarf für das entwickelte Schienengütertransportkonzept nachgewiesen werden.
Die wichtigsten Vorteile, die eine Nutzung des AirCargo RailCenters neben einer CO2 -Reduzierung bietet, sind die wegfallenden Transportbeschränkungen an Sonn- und Feiertagen, auch für den Vor- und Nachlauf auf der Straße, die Befreiung von der Kfz-Steuer für die Zugmaschinen, der optimierte Einsatz von Zugmaschinen im Nahverkehr sowie das Wegfallen der Totzeiten für Zugmaschinen im Hauptlauf.
Dieses Projekt wurde vom Fraunhofer IML zusammen mit den Projektpartnern Fraport AG, Speditions- und Logistikverband Hessen/Rheinland-Pfalz, Panalpina, Lufthansa Cargo AG und DB Schenker Rail Deutschland durchgeführt.
Abschlussveranstaltung Intelligente Logistik
Die Abschlussveranstaltung der Förderbekanntmachung „Intelligente Logistik“ fand am 20. und 21. September 2011 in Berlin statt.
Im Mittelpunkt standen Projektpräsentationen sowie die Ergebnisse der Evaluation.
Zu den Vorträgen...
Ansprechpartnerin:
silke.kremer(at)de.tuv.com
